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DT-Finanzkolumne Ausgabe März

Die Superhelden des Finanzsystems?

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Unsere monatliche DT-Finanzkolumne wird betreut von Uwe Herrlinger. Er ist Partner bei der unabhängigen Vermögensverwaltung swisspartners AG in Vaduz:

Zentralbanker sind die Superhelden des Finanzsystems der letzten zehn Jahre, die das Finanzsystem vom Abgrund zurückbringen. Während viel von einer Straffung der monetären Bedingungen gesprochen wurde – das Ende von QE (Gelddrucken) –, ist die harte Tatsache, dass immer noch Support in der Höhe von Billionen Dollars gewährt wird, was kaum bald enden wird.

Es scheint offensichtlich zu sein, dass die US-Zinsen in diesem Jahr steigen werden, aber wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Erhöhungen wahrscheinlich graduell und überschaubar sein werden. Um es einfach auszudrücken: Wenn die Zinsen zu schnell steigen, wird die US-Regierung sich schwertun, die Zinsrechnung zu bezahlen! In Europa wird sich diesbezüglich kaum vor 2019 etwas tun, zumal das Inflationsziel der EZB noch weiter in die Ferne gerückt ist.

Bezüglich US-Inflation wurde in letzter Zeit viel übertrieben. Eine Analyse der neuesten Inflationsdaten zeigt, dass ein grosser Teil der Zunahme vor allem auf zwei Segmente zurückgeht: auf Öl und Damenbekleidung. Betrachtet man den Ölpreis, so bezweifeln wir sehr, dass die Preise in diesem Jahr in demselben Ausmass steigen werden wie im letzten Jahr. Tatsächlich haben sich die Preise bereits im Februar abgeschwächt.

Natürlich wurde auch viel darüber diskutiert, dass mit dem jüngsten US-Fiskalstimulus (Steuersenkungen) quasi Öl ins Feuer gegossen wird. Aber dies trifft unserer Meinung nach nicht ins Schwarze. Mit einem BIP-Wachstum von knapp unter 3% wächst die US-Wirtschaft unter ihrem Potenzial, und ein Wachstumsschub bei moderater Inflation ist zu begrüssen. Die Leute machen wieder einmal den Fehler, zu glauben, dass die letzten 10 Jahre ein normaler Finanzzyklus waren, obwohl in Wirklichkeit genau das Gegenteil der Fall war.

Wir gehen davon aus, dass die jüngsten Inflationssorgen vorübergehend sein werden, und tatsächlich haben wir diesen Film bereits im Jahr 2013 gesehen, als die 10-jährige Rendite von US-Anleihen 3% erreichte.

Interessierte Leser unserer DT-Finanzkolumne können mich gerne über die E-Mail-Adresse: uwe.herrlinger@swisspartners.com kontaktieren.

Uwe Herrlinger, swisspartners AG Zürich, Foto: (c) privat

Uwe Herrlinger, swisspartners AG Zürich, Foto: (c) privat

Uwe Herrlinger, Jahrgang 1968, ist gebürtiger Homburger. Nach dem Abitur am Saar-Pfalz-Gymnasium, Banklehre bei der Dresdner Bank in Saarbrücken und Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Passau verdiente er sich zunächst seine Sporen im Investment Banking Geschäft in der City von London. Er baute dann in Frankfurt das Firmenkundengeschäft für eine spanische Großbank auf, bevor er vor 13 Jahren in die Schweiz zog. Dort arbeitete er zunächst für die Privatbank Vontobel im Asset Management und betreute dann vermögende Privatkunden bei UBS, der grössten Schweizer Bank. Seit 2013 ist er Partner bei der unabhängigen Vermögensverwaltung swisspartners AG in Vaduz.

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