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DT-Finanzkolumne Ausgabe Februar

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Unsere monatliche DT-Finanzkolumne wird betreut von Uwe Herrlinger. Er ist Partner bei der unabhängigen Vermögensverwaltung swisspartners AG in Vaduz:

“Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn andere ängstlich sind.”

Warren Buffett, Chairman von Berkshire Hathaway

Obwohl die Aktienmärkte in den ersten Handelstagen des Jahres 2018 weiter zulegen, ist ein beachtlicher Teil der Anleger nach wie vor verunsichert. Soll man an der Aktienrallye am Ball bleiben oder einen hohen Anteil an Bargeld halten? Dies erinnert an den Witz über einen Geschäftsmann, der auf dem Land nach dem Weg nach Zürich fragt und die Antwort erhält «Nun, dies hier ist kein geeigneter Ausgangspunkt.»

Selbstverständlich sind die Aktienmärkte immer auf der Suche nach Orientierung, und Menschen werden stets von Gefühlen geleitet. Privatkunden tätigen etliche ihrer Investments aufgrund von Vermutungen und ihrem Bauchgefühl. Ausserdem ist viel Entschlossenheit nötig, um weiterhin auf ein Aktienrallye zu setzen, welches gemäss den Medien schon acht Jahre dauert.

Der Punkt ist, dass viele Medienberichterstatter den Tiefpunkt vom März 2009 als Beginn der Rallye hervorheben. Dies ist zwar korrekt, man sollte aber bedenken, dass der MSCI World Equity Index erst im ersten Quartal 2017 seinen bisherigen Höchststand vom 31. Dezember 2007 überschritten hat. Je nach Perspektive oder Definition des Ausgangspunktes könnte die aktuelle Hausse also weniger als ein Jahr alt sein.

Wir anerkennen natürlich, dass viele Faktoren an den globalen Aktienmärkten eine Korrektur auslösen könnten. So zum Beispiel, wenn die USA ihre Zinsen 2018 aggressiv erhöhen, insbesondere, wenn die Lohninflation anzieht. Allerdings halten wir aggressive Zinserhöhungen für unwahrscheinlich. So signalisiert der US-Bond-Futuresmarkt derzeit, dass ein Zinsanstieg von 0,25 % im März fast sicher ist. Ob es dann im Juni dieses Jahres zu einem weiteren Anstieg der Zinsen kommen wird, dazu sind die Meinungen allerdings noch geteilt.

Befürchtet wird zudem, dass die Kurs-Gewinn-Verhältnisse der US-Unternehmen in den letzten Monaten in einigen Sektoren deutlich gestiegen sind. Dies wird jedoch zum Teil durch die markante Senkung der US-Unternehmenssteuern relativiert. Viele Aktionäre dürften davon via höhere Gewinne und Dividenden profitieren. Man bedenke, dass die Steuersenkung für US-Investoren ein Sahnehäubchen ist, da bereits für 2017 mit einem Gewinnwachstum von rund 10% oder mehr gerechnet wurde.

Trotz der zahlreichen negativen Kommentare einiger Medien zu den Bewertungen der Aktienmärkte glauben wir, dass es immer noch möglich ist, Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks mit gut gefüllten Auftragsbüchern, die mit vernünftigen Kennzahlen gehandelt werden, zu finden. Klar sind diese heute – angesichts der tieferen Bewertungen vor einigen Jahren – schwieriger zu finden. Doch es gibt solche Gelegenheiten. Hinzu kommen Unternehmen, welche sich in einer strategischen Reorganisation befinden sowie Unternehmen mit hohem Umsatzwachstum, stabilen Margen und steigendem freien Cashflow.

Interessierte Leser unserer DT-Finanzkolumne können mich gerne über die E-Mail-Adresse: uwe.herrlinger@swisspartners.com kontaktieren.

Uwe Herrlinger, swisspartners AG Zürich, Foto: (c) privat

Uwe Herrlinger, swisspartners AG Zürich, Foto: (c) privat

Uwe Herrlinger, Jahrgang 1968, ist gebürtiger Homburger. Nach dem Abitur am Saar-Pfalz-Gymnasium, Banklehre bei der Dresdner Bank in Saarbrücken und Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Passau verdiente er sich zunächst seine Sporen im Investment Banking Geschäft in der City von London. Er baute dann in Frankfurt das Firmenkundengeschäft für eine spanische Großbank auf, bevor er vor 13 Jahren in die Schweiz zog. Dort arbeitete er zunächst für die Privatbank Vontobel im Asset Management und betreute dann vermögende Privatkunden bei UBS, der grössten Schweizer Bank. Seit 2013 ist er Partner bei der unabhängigen Vermögensverwaltung swisspartners AG in Vaduz.

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