DT2go Lesetipp:

DT-Finanzkolumne Ausgabe Dezember

Widersprüchliche Zinssignale

Unsere monatliche DT-Finanzkolumne wird betreut von Uwe Herrlinger. Er ist Partner bei der unabhängigen Vermögensverwaltung swisspartners AG in Vaduz:

Die US-Notenbank lässt recht offensichtlich durchblicken, dass die Zinssätze im Dezember steigen dürften und im dosierten Rahmen auch im nächsten Jahr. Trotz dieser Zinssignale ist der US-Dollar im Vergleich zu anderen Währungen relativ schwach geblieben.

Der Euro hat möglicherweise dank den Umschichtungen aus US- in Europa-Aktien zugelegt sowie dank Mutmassungen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Programm zur quantitativen Lockerung auslaufen lässt. Dies wird jedoch kaum in absehbarer Zeit der Fall sein.

Das britische Pfund hat von Kommentaren der Bank von England profitiert, welche ebenfalls Zinserhöhungen andeuten. Dabei könnte es sich aber auch nur um einen Bluff handeln, um die temporär hohen Inflationszahlen zu dämpfen. Angesichts der Unsicherheit und des zeitlupenmässigen Tempos der BREXIT-Verhandlungen, der angespannten Kaufkraft der britischen Konsumenten, welche markant gesunken ist, sowie der relativ hohen Hypothekarbelastung erscheint es jedoch als politischer und finanzieller Selbstmord, das zurzeit tiefe Zinsniveau in Frage zu stellen.

Es zeichnen sich kräftige strukturelle Veränderungen in der Weltwirtschaft ab, die die globale Inflation über einen längeren Zeitraum hinweg wohl gedämpft halten werden.

Ich wünsche Ihnen liebe Leser und Leserinnen eine erholsame und geruhsame Weihnachtszeit. Halten wir in dieser schnelllebigen Zeit für eine Sekunde inne.

Interessierte Leser unserer DT-Finanzkolumne können mich gerne über die E-Mail-Adresse: uwe.herrlinger@swisspartners.com kontaktieren.

Uwe Herrlinger, swisspartners AG Zürich, Foto: (c) privat

Uwe Herrlinger, swisspartners AG Zürich, Foto: (c) privat

Uwe Herrlinger, Jahrgang 1968, ist gebürtiger Homburger. Nach dem Abitur am Saar-Pfalz-Gymnasium, Banklehre bei der Dresdner Bank in Saarbrücken und Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Passau verdiente er sich zunächst seine Sporen im Investment Banking Geschäft in der City von London. Er baute dann in Frankfurt das Firmenkundengeschäft für eine spanische Großbank auf, bevor er vor 13 Jahren in die Schweiz zog. Dort arbeitete er zunächst für die Privatbank Vontobel im Asset Management und betreute dann vermögende Privatkunden bei UBS, der grössten Schweizer Bank. Seit 2013 ist er Partner bei der unabhängigen Vermögensverwaltung swisspartners AG in Vaduz.

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