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DT-Finanzkolumne Ausgabe September

Herbstsonne und Hochstimmung

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Unsere monatliche DT-Finanzkolumne wird betreut von Uwe Herrlinger. Er ist Partner bei der unabhängigen Vermögensverwaltung swisspartners AG in Vaduz:

Jeder Sommer hat ein Ende, und es kommt der Zeitpunkt, wo die Anleger von ihrem verlängerten Sonnenbad zurückkehren, die Herbstsonne und die Temperaturen sich abkühlen und die Börsenvolumen sich wieder in Richtung ihrer normalen monatlichen Durchschnitte erholen.

Erste Höhepunkte an den Aktienmärkten beinhalteten in den letzten Wochen einen erstaunlich tiefen CBOE Volatility Index (VIX). Aber haben Sie keine Angst vor diesem Volatilitäts- und Stimmungsindex, denn eine Prise Aufwärtsmomentum gibt es in den Rohstoffpreisen und ein erfreulich positives Update von Unternehmen beidseits des Atlantiks für das zweite Quartal. Und nicht vergessen: Die USA und Nordkorea haben sich entschlossen, dass ein ausgewachsener Krieg keine Option ist.

Die Liste der Downside-Sorgen ist natürlich ebenso lang und betrifft unter anderem die Frage, ob die Trump Administration ihre Versprechen bezüglich Bürokratieabbau und Steuerreduktion einhalten kann. In Europa erscheinen derweil die Bedingungen für weiteres Wachstum günstig zu sein: Gewisse führende Wirtschaftsindikatoren deuten eine wachsende Aktivität an.

Verwöhnt von Herbstsonne und erfrischenden Brisen bleibt die Frage, wie ein rational denkender Anleger nun agieren soll. Die Antwort fällt nicht leicht, zumal wir tagein tagaus mit so vielen News, Meinungen und Stimmungen konfrontiert sind.

Wir halten es kurz: Die Anleger sollten laufend nach neuen Investmentmöglichkeiten Ausschau halten und bei deren Beurteilung konsequent ihre Auswahlfilter einschalten. So ist es zum Beispiel sehr aufschlussreich, wie leicht ein Managementteam nach wie vor Buchhaltungstricks anwenden kann, um einen kurzfristigen Gewinneinbruch zu kaschieren. Dennoch, wie in den vorangegangenen Konjunkturzyklen ist es sehr schwierig, den freien Cashflow pro Aktie zu frisieren. Wir raten dazu, sich nicht emotional in Bereiche verführen zu lassen, die ein gutes Bauchgefühl vermitteln. Besser ist es, dem einmal eingeschlagenen Kurs mit gebührender Flexibilität treu zu bleiben und stets die Analysefilter anzuwenden.

Interessierte Leser unserer DT-Finanzkolumne können mich gerne über die E-Mail-Adresse: uwe.herrlinger@swisspartners.com kontaktieren.

Uwe Herrlinger, swisspartners AG Zürich, Foto: (c) privat

Uwe Herrlinger, swisspartners AG Zürich, Foto: (c) privat

Uwe Herrlinger, Jahrgang 1968, ist gebürtiger Homburger. Nach dem Abitur am Saar-Pfalz-Gymnasium, Banklehre bei der Dresdner Bank in Saarbrücken und Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Passau verdiente er sich zunächst seine Sporen im Investment Banking Geschäft in der City von London. Er baute dann in Frankfurt das Firmenkundengeschäft für eine spanische Großbank auf, bevor er vor 13 Jahren in die Schweiz zog. Dort arbeitete er zunächst für die Privatbank Vontobel im Asset Management und betreute dann vermögende Privatkunden bei UBS, der grössten Schweizer Bank. Seit 2013 ist er Partner bei der unabhängigen Vermögensverwaltung swisspartners AG in Vaduz.

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