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DT-Finanzkolumne Ausgabe Februar

Zurück in die Steinzeit?

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Unsere monatliche DT-Finanzkolumne wird betreut von Uwe Herrlinger. Er ist Partner bei der unabhängigen Vermögensverwaltung swisspartners AG in Vaduz:

Donald Trump: Fluch oder Segen?

Das wichtigste politische Ereignis im Januar 2017 war die Machtübergabe von Obama zu Trump. Der neue Zampano nutzte die Stunde für einen Rundumschlag. Ziel seiner Vorwürfe waren dieses Mal der russische Geheimdienst, Obamacare und die Pharmaindustrie, Mexiko und alle Unternehmungen, die vorwiegend ausserhalb der USA Geld verdienen. Sein wichtigstes Ziel ist die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen. Zu diesem Zweck will er Investitionen und Produktionsstätten zurück in die Vereinigten Staaten holen. Es gibt jedoch namhafte Ökonomen, die Trump als Belastung für die US Wirtschaft sehen. Dies aufgrund seiner beabsichtigten Abschottungspolitik. Sein erstes Ziel ist die Automobilindustrie, der er WTO-widrige Strafzölle androht, wenn sie die Autos im angrenzenden Ausland (Mexiko) produzieren.

Im Sinne von Trump fordert die neue britische Premierministerin Theresa May einen harten Brexit. Der Rosenkrieg bei der Scheidung von Europa wird viele Verlierer, aber keine Gewinner zurücklassen. Rückhalt erhält die Hardlinerin auch von Trump, der noch mehr Austritte aus der Europäischen Union prophezeit.

Zurück in die Steinzeit

Ganz nach dem Vorbild Trumps versucht nun auch Marine Le Pen mit einer skurrilen Abschottungspolitik die bevorstehenden Wahlen zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Wird sie gewählt – so ihr Versprechen – wird sie den Euro abschaffen und das alte Verrechnungssystem ECU wieder einführen. Dies würde es nach sich ziehen, dass alle europäischen Länder wieder ihre eigene Währung einführen und an den ECU binden müssten. Über Abwertungen könnte man einzelnen Ländern einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Zurück in die Steinzeit!

Hoher Besuch aus China

Der chinesische Staatschef Xi Jinping hat der Schweiz einen offiziellen Besuch abgestattet. Die Symbolkraft sollte nicht unterschätzt werden, denn China hat eine spezielle und langjährige Beziehung zur Schweiz. Die Schweiz war nicht nur die erste Industrienation mit einem Freihandelsabkommen mit China, sie dient der chinesischen Führung oft auch als ein Musterbeispiel für die eigene neue Ausrichtung.

Trump und China

Die chinesische Währung YUAN ist ein Phänomen. Nach einer langsamen (kontrollierten) aber stetigen Aufwertung bis zum Jahreswechsel 2013/2014 hat der Yuan in den letzten drei Jahren rund 15 Prozent gegenüber dem US Dollar verloren. Grund dafür ist der Geldabfluss aus China und der damit verbundenen Umwechslung in andere Währungen. Der Präsidentschaftswechsel in den USA – Trump wird höchstwahrscheinlich höhere Zölle für Importe aus China einführen – dürfte den Wechselkurs künftig ebenfalls belasten. Generell sollte man Vorsicht bei Emerging Market Währungen walten lassen, denn Trump ist in dieser Hinsicht (Mexiko, China) völlig unberechenbar. Anzumerken ist noch, dass diesen Herbst der Volkskongress (Parlament mit 3000 Mitgliedern) in China gewählt wird.

Auch beim britischen Pfund erwarten wir ein Jahr mit grossen Schwankungen, wobei diese durchaus auf beiden Seiten erfolgen können. Nachdem die Inselwährung im letzten Jahr bereits rund 20 Prozent eingebüsst hat (siehe Chart), könnten negative Wahlergebnisse in Frankreich (Le Pen will den Euro abschaffen) den Fokus von England auf Europa lenken und damit eine Gegenreaktion einleiten.

SPX Index. Januar 2015 bis Januar 2017. Quelle (c) swisspartners Vaduz

Interessierte Leser unserer DT-Finanzkolumne können mich gerne über die E-Mail-Adresse: uwe.herrlinger@swisspartners.com kontaktieren.

Uwe Herrlinger, swisspartners AG Zürich, Foto: (c) privat

Uwe Herrlinger, swisspartners AG Zürich, Foto: (c) privat

Uwe Herrlinger, Jahrgang 1968, ist gebürtiger Homburger. Nach dem Abitur am Saar-Pfalz-Gymnasium, Banklehre bei der Dresdner Bank in Saarbrücken und Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Passau verdiente er sich zunächst seine Sporen im Investment Banking Geschäft in der City von London. Er baute dann in Frankfurt das Firmenkundengeschäft für eine spanische Großbank auf, bevor er vor 13 Jahren in die Schweiz zog. Dort arbeitete er zunächst für die Privatbank Vontobel im Asset Management und betreute dann vermögende Privatkunden bei UBS, der grössten Schweizer Bank. Seit 2013 ist er Partner bei der unabhängigen Vermögensverwaltung swisspartners AG in Vaduz.

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